Direkt von der Trauerfeier im Stadion von Hannover reiste die Nationalelf am Sonntag weiter nach Düsseldorf, wo sich die Mannschaft nun auf das letzte Länderspiel des Jahres gegen die Elfenbeinküste vorbereitet.
Die Partie soll darum neben einem Abschiedsspiel für Robert Enke auch einen Neuanfang markieren. "Das ist das Leben, wieder nach vorne zu schauen, das Licht zu sehen, die Hoffnung zu sehen, den Fußball so zu bestreiten, wie Robert ihn gelebt hat: Mit hoher Emotionalität, mit Freude, mit Leistungsbereitschaft", beschrieb Oliver Bierhoff die Aufgabe: "Wir müssen einfach versuchen, ein gutes Länderspiel zu machen. Ob das gelingt, wird man sehen", sagte der Teammanager, der glaubt: "Die eine oder andere Trainingseinheit wird dabei helfen."
Mit einem Film und einer Schweigeminute wird der DFB beim Spiel am Mittwoch in Gelsenkirchen gegen die Elfenbeinküste nochmals Robert Enke gedenken. Die Spieler laufen mit Trauerflor auf. Oliver Bierhoff wertete die große Anteilnahme im Team auch als ein "Zeichen für den Zusammenhalt" und "die Freundschaft unter den Spielern".
Philipp wird dann die deutsche Mannschaft aufs Feld führen, dies gab Oliver Bierhof am Dienstag auf der DFB-Pressekonferenz in Düsseldorf bekannt. Philipp übernimmt die Kapitänsbinde von Michael Ballack, der aufgrund einer Reizung in der Kniefalte nicht auflaufen kann. "Philipp Lahm hat sich in den vergangenen Jahren eine Führungsposition erarbeitet und wird Michael Ballack als Kapitän ersetzen", so Bierhoff. "Für ihn wird dies sicherlich ein ganz besonderer Moment."
"Dadurch, dass ich am Mittwoch Kapitän der Nationalmannschaft bin, weiß ich um meinen Stellenwert", sagt Philipp. "Ich spüre das Vertrauen des Trainers und fühle mich dadurch bestätigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Ich werde hier intern immer meine Meinung sagen, meinen Mannschaftskollegen und auch dem Bundestrainer."
Mit Blick auf die WM-Endrunde im kommenden Sommer fordert Philipp, dass sich die Nationalmannschaft 2010 noch erheblich steigern müsse: "Wir können zwar mit der souveränen WM-Qualifikation sehr zufrieden sein, aber wir müssen noch an einigen Dingen arbeiten. Vor allem unser Spiel nach vorne gegen defensiv eingestellte Mannschaften ist stark verbesserungswürdig."